Freude am Lernen schaffen und Ängste nehmen – ein Gespräch mit dem Schwimmlehrer Volker Baars. Wie können wir als Eltern unsere Kinder am besten unterstützen, damit sie das Schwimmen erlernen?
„Wenn ein Kind in meiner Gruppe etwas anderes macht, als ich will, liegt das nicht am Kind. Dann habe ich keinen Weg gefunden, um ihm zu vermitteln, was ich von ihm möchte" – wer sich mit Volker Baars über Kinder unterhält, kommt nicht umhin den eigenen Erziehungsstil kritisch zu hinterfragen. „Ich übernehme die Verantwortung dafür, ob ich den Zugang zum Kind erreiche oder nicht."
In den Schwimmkursen von Volker Baars gibt es kein Versagen. Jedes Kind hat bei ihm Erfolgserlebnisse und erhält die Sicherheit, sich im Schwimmbecken zu orientieren. Zuvor wollte mein Sohn sich mit mir ohne Schwimmflügel gar keinem Schwimmbecken mehr nähern.
Eltern haben oft eine zu hohe Erwartungshaltung, oft gekoppelt mit Druck. „Eltern haben normalerweise einen unglaublichen Ehrgeiz, dass ihre Kinder schwimmen lernen – und erreichen damit genau das Gegenteil."
In seinen Schwimmkursen setzt Baars ein Konzept um, das sich gegen jeden Druck wendet — die „1000-%-Lob-Methode". Sein erster Schritt ist immer, bei den Kindern das Vertrauen zu schaffen, dass sie nicht sofort ins Wasser müssen. Bei Kindern, die überhaupt nicht ins Wasser wollen, erlaubt er ihnen am ersten Tag einfach nicht ins Wasser zu gehen.
Das „Erst mal gucken dürfen" ist auch der Sinn der DVD, die jedes teilnehmende Kind vor Kursbeginn erhält. Auf dem sicheren Sofa erlebt es den ganzen Schwimmkurs vorab — und sieht, dass das Spaß machen kann.
„Jedes Kind kann schwimmen lernen" — ein Selbstbewusstsein, das Baars auf seinen Erfahrungen beruht. 400 Kinder lehrt Volker Baars jedes Jahr das Schwimmen. Für die Teilnahme setzt er nur eine Bedingung: Die Kinder sollten fünf Jahre alt sein.
Kerstin Bönisch